Schwarzer Norden

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 Meine Kurzgeschichten

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Azrael
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BeitragThema: Meine Kurzgeschichten   Di 22 Apr 2008 - 20:57

Mal eine kleine Auswahl von meinen Kurzgeschichten:



Mein Traum


Es war wieder eine dieser Freizeiten, wo man wünschte man wäre zu Hause geblieben! Es war wieder einmal so ätzend, alle stritten sich.
Es war eine trockene Hitze und die beiden Felsenberge die uns zur Rechten und zur Linken geboten, standen drohend über unseren Köpfen. Ich hatte in der Nacht zuvor einen seltsamen Traum gehabt. Ich konnte mich nur an die Tatsache erinnern, dass dieser Platz wo wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten, und einer der zwei Berge eine Rolle darin spielten. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen so laut war es. In den Duschen hörte man das Singen einiger unserer Jungs und hier wurde nur Zeter und Mordio geschrien. Ich hatte die Nase voll, schnappte mir meine Sachen und stiefelte los. Ich wollte nur weg von diesen nervtötenden Weibern, für die ein abgebrochener Fingernagel der Weltuntergang war. Sie sollten mal über die wichtigen Dinge des Lebens diskutieren, wie zum Beispiel die nächsten zwei Wochen hier werden sollten. Sie stritten sich schon am zweiten Tag!
Ich lief den Berg hoch der mir am Nächsten war, der Rechte in diesem Fall. Ich wollte meine Ruhe haben um meine Gedanken zu ordnen und vielleicht herrausfinden, was mein Traum zu bedeuten hatte. Ich lief so ungefähr zwei Stunden, bis ich die erste Pause machte. Ich setzte mich an den Wegesrand und konnte noch ganz klein die streitende Meute sehen, die sich bestimmt bald an die Gurgel gehen würde. Mir sollte es egal sein, ich war inzwischen so weit davon entfernt, physisch und auch psychisch. Ich hatte mich in meine Gedanken sinken lassen. Trotzdem musterte ich meine Umwelt sehr genau. Die Aussicht war einfach fantastisch. Ich konnte die weite "Steppe" nahezu bis zum Horizont erkennen und wenn ich zum Gipfel sah, stellte ich fest, dass es gar nicht mehr so weit zu sein schien. Wieder so eine optische Täuschung. Ich bin sicher noch Stunden unterwegs, und vom Kopf her wollte ich schon den Rückweg antreten nur irgendwas in meinem, mich nie trügendem, Gefühl sagte mir das ich weiter gehen sollte. Nach kurzer, aber reiflicher Überlegung, entschloss ich mich weiter den Berg hinauf zu steigen. Mir wurde langsam kalt, kein Wunder dachte ich, als ich an mir herunter schaute. Ich trug nur ein schwarzes Sommerkleid, meine Stiefel. Gott sei Dank, dass die Stiefel keine Absätze hatten. Je höher ich stieg, desto schwerer wurde meine Kette, die ein Silberkreuz zeigte. Ich setzte mich erneut und trank etwas. Zufrieden war ich trotzdem nicht, da der Kies der mich bisher auf meinem ganzen Weg treu begleitete, sehr spitz und hart war. Ich erhob mich und um mich herum schraken kreischend einige Raben auf. Ich kümmerte mich nicht darum und lief weiter. Ich war nach gar nicht allzu langer Zeit am Fuße des Plateaus angekommen und musste das letzte Stück klettern. Dies war kein so leichtes Unterfangen, wie es mir am Anfang erschienen war. Die schönen Löcher zum herein greifen und herein steigen waren so weit voneinander entfernt, sodass ich mich richtig anstrengen musste, nicht hinunter zu stürzen. Nach einer Weile kam ich vollkommen fertig und schweißgebadet am Felsvorsprung des Plateaus an. Ich brauchte einige Minuten um meine Kräfte zu mobilisieren und weiter zu laufen. Ich blickte auf und war überwältigt. Die Ebene war Sonnenüberflutet, an der Wandseite waren Keller eingeschlagen worden. Doch was mir am meisten auffiel war der Sockel am Rande der Ebene. Mir war nicht ganz klar wozu der dienen sollte, vielleicht als Opferstein?
Als hätte irgendwas meine Gedanken gelesen fühlte ich mich in eine längst vergangene Zeit zurück geworfen. Um mich herum fiel so viel Schnee, wie ich es noch nie gesehen hatte. Vor mir erhob sich eine mächtige und große Christi Statue. An dessen Füßen stand ein Scheiterhaufen, eine Frau war daran angebunden und sie schrie um ihr Leben. Ich konnte verstehen, dass sie sagte das sie unschuldig sei und ihre Peiniger einen riesigen Fehler begehen würden. Sie erntete nur Hohn und Spott. "Ihr macht einen Fehler! Gott wird euch dass nie verzeihen! FAHRT ZUR HÖLLE!" Die letzten drei Worte hatte sie geschrien, dann erstarb ihre kraftvolle Stimme. Ich schaute genauer hin und sah sofort den Grund für ihr plötzliches Schweigen. Einer der Scharfrichter, ich konnte sechs entdecken, hatte ihr einen Speer in die Rippen gestoßen. Ein Anderer begann nun zu sprechen: "Du Hexe, du hast Gott gelästert, indem du dich als einer seiner Engel bezeichnet hast. So was wie du ist doch kein Engel, Engel sind rein und schön. Du hingegen bist ein dreckiges, kleines Miststück!" Er sah sie an und hob triumphierend die Fackel hoch. "Wenn du ein Engel wärest, dann hättest du dich schon längst befreien können. Du LÜGNERIN!" Mit diesen Worten warf er als erster die Fackel auf den Scheiterhaufen. Ich wollte losrennen und ihr helfen, denn ich konnte ihre gewaltigen Schwingen sehen, doch ich war gefangen in dieser schrecklichen Vision. Es war mir ein Rätsel, warum die Henker ihre Flügel nicht sehen konnten. Das Feuer loderte an ihr hoch und sie öffnete ihren Mund und sprach: "... und er wird kommen zu Richten die Lebenden und die Toten. Ihr werdet sterben! Gott wird euch richten, ihr UNGLÄUBIGEN!"
Das Feuer verschlang sie nun ganz und gar und die Männer sprachen: "Die nennt Uns ungläubige? Na ja, immerhin nervt sie uns jetzt nich t mehr mit ihrem Geschwätz!" Er lachte, sah nach oben und erstarrte. Die Statue kippte mit rasender Geschwindigkeit auf die sechs Scharfrichter zu. Ich glaubte die Worte "Gott wird euch richten" zu hören. Einen Moment später Stürzte die Figur endgültig zu Boden und begrub die Männer unter sich. Flammen und Funken Stoben zur Seite. Die Christistatue rollte zur Seite und fiel den Berg hinab, genau auf unseren Zeltplatz. Mit diesem Bild endete die Vision, dachte ich. Ich ließ mich erschöpft zu Boden sinken und spürte, dass ich nicht allein war. Über mir senkte sich ein Engel herab. Ich erkannte ihn, es war die Frau aus meiner Vision. Sie lächelte mir warmherzig zu und sprach mich ohne den Mund dabei zu öffnen an: "Ich habe dir meine Hinrichtung gezeigt, weil du etwas ganz besonderes bist und du Glauben unter den Menschen verbreiten sollst. Wir haben dich ausgewählt, da du stark genug bist diese Botschaft zu verbreiten." Ich war verwundert über das eben gehörte. Es war als hätte sie über Gedanken mit mir gesprochen. "Ich fühle mich sehr geehrt, von euch auserwählt zu sein. Aber sagt mir eins, wie lautet eurer Name Engel?" Einige Minuten, die mir wie Stunden vorkamen, vergingen bevor sie antwortete: "Mein Name lautet in eurer Sprache Ticiana! Ich werde dir bei deiner Mission helfen und dabei dein persönlicher Schutzengel sein. Ich werde immer bei dir sein. Ruf mich einfach wenn du Kraft und Trost brauchst. Und nun muss ich gehen.!" Mit diesen Worten löste sie sich quasi in Luft aus. Ich flüsterte: "... Ticiana....!" Ich hörte Schritte und wandte mich um. Vor mir stand einer unserer Freizeitbetreuer und er sah nicht sehr glücklich aus. Bevor er etwas sagen und mich ausschimpfen konnte, fragte ich ihn: " Glaubst du....?"





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Azrael
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BeitragThema: Re: Meine Kurzgeschichten   Di 22 Apr 2008 - 20:58

ich glaube so sollten Doppelposts erlaubt sein



Der Zettel


Ich wachte schweißgebadet auf.
Ich konnte mich nur bruchstückweise an diesen grauenvollen Traum erinnern.
Ich wusste nur noch, das an dem Vordach der Tischtennishalle ein Mensch am Strick baumelte.
Ich blieb noch einige Augenblicke im Bett liegen.
Ich nahm mein Umfeld kaum wahr.Über meinen Augen lag ein milchiger Film.
Ich bemerkte,dass ich zitterte.Ich versuchte aufzustehen,
doch die Beine sackten mir unter meinem Körper weg.Ich schaffte es, mich im letzten Moment abzufangen.
Ich prallte hart auf meine Unterarme und ich spürte wie ein stechender Schmerz mich durchzuckte.
Nach einiger Zeit besann ich mich und stand langsam,wie in Zeitlupe,auf.
Ich lief langsam die Treppe,zum Schuhschrank,hinunter.
Mein Ledermantel lastete mir schwer auf den Schultern.Ich konnte meine Schuhe nicht finden und zog die von meiner Freundin an,um rauszugehen.
Ich schloss die Tür auf und ging mit gesenktem Kopf raus.
Ich holte mir mit zittriger Hand eine Zigarette raus und zündete sie mir an.
Während ich den blauen Dunst begierig einsog,schaute ich hoch.
Ich erstarrte.
Ich sah das Vordach aus meinem Traum vor mir,nur diesmal hing niemand davon herab.
Und trotzdem ließ ich vor Schreck die Zigarette fallen und gleichzeitig wurde mir schwarz vor den Augen und ich fühlte wie meine Beine erneut wegsackten.
Ich wachte in meinem Bett wieder auf.
Ein Freund,den ich sehr gern hatte,saß bei mir.
Er hielt mir die kalte Hand.Ich wollte mich aufsetzten,doch drückte er mich wieder zurück in die Kissen.
Er berichtete mir kurz,dass ich in Ohnmacht gefallen sei.Ich hatte etwas vom erhängen geredet.
Die Erinnerungen meines Traumes kamen schlagartig wieder zurück.
Ich fing erneut an zu zittern,doch er schaffte es mich wieder schnell zu beruhigen.
Ich blieb den ganzen Tag,wie ein häufchen Elend,im Bett.
Unten war die Schulung im vollen Gange.Ich wollte ihnen die Stimmung nicht vermiesen.
Auch den Abend über blieb ich für mich.
Erst als alle schliefen,zog ich meinen Mantel an und ging hinunter um eine zu rauchen.
Ich rauchte viel zu viele und plötzlich war ich nicht mehr Herr meines Körpers.Ich fühlte mich zu dem Vordach gehen und auf einmal hatte ich diesen Strick in der Hand.
Die Macht die mich lenkte,befestigte den Strick am "Dach"-Balken.
Ich stieg auf die Bank.Ich rauchte meine letzte Zigarette,dass wusste ich.
Ich schloss die Augen und fühlte den plötzlich festen Strang an meinem Hals,der mir den Kehlkopf eindrückte und die Luft abschnürte.
Bald ist es vorbei,doch wer wird an meinem Grab stehen?
Am nächsten Morgen kam er raus um sie zu suchen.
Und er fand sie,aufgehängt am Vordach der Tischtennishalle.
Er rief den Rest der Gruppe zusammen und gemeinsam nahmen sie sie vom Strick.Einige ihrer guten Freunde begannen zu weinen.

Er bemerkte es.
Er bemerkte den Zettel in ihrer Hand,nahm ihn an sich,las ihn und gab ihn weiter.
Die Gruppe sah Stück für Stück noch noch bedrückter Drein als vorher.
Auf dem Zettel stand:

ICH LIEBE EUCH

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BeitragThema: Re: Meine Kurzgeschichten   Di 22 Apr 2008 - 20:59

oder auch dreifach Posts...
Nebenbei,ich würd mich um Feedback sehr freuen,da ich mit dem Gedanken spiele, einige zu nem Verlag zu schicken!!!
Danke schonmal im vorraus Smile



Treibsand

Hallo, mein Name ist Azrael und ich bin tot.
Eigentlich bin ich 19, doch gestorben bin ich mit acht.
Mein Vater starb 1997,zwei Jahre nach meiner Mutter.
Als sie starb,war ich sechs und dann wurde ich krank.
Zwei Jahre lang kränkelte ich,aß nichts und vegetierte umher.
Dann,am 4.2 1997 starb mein Vater und mein Inneres mit ihm.
Seit dem habe ich mich verändert,
vom fröhlichen Mädchen,zur depressiven jungen Frau.
Ich nenne mich Azrael,nach dem Todesengel.
Ganz passend,wie ich finde,denn zwei geliebten Menschen habe ich bereits den Tod gebracht.
Meine Eltern fehlen mir entsetzlich.
Und seit 9 Jahren blende ich die Gesellschaft und meine angeblichen Freunde.
Ich weiß,dass ich vielen von ihnen scheißegal bin.
Ich werde nur benutzt und weggeworfen.
Ich bringe mich durch den Tag,so gut es halt geht.
Ich bin nett,freundlich und höflich.
Scherze mit Freunden,doch in mir klafft ein tiefer Abgrund.
Oft wollte ich meinem Dasein ein Ende setzten und mich dem Freitod hingeben.
Doch ich konnte es bisher nie tun,denn aus einem mir unbekannten Grund,
bin ich für einige eine sehr gute Freundin und mein Sozialdenken ist so ausgeprägt,
dass ich sie nicht allein lassen kann.
Dieses Sozialdenken habe ich von meiner Mutter,das weiß ich und das tut gut.
Meine düsteren und melancholischen Gedanken versuche ich in Worte zu fassen,
um meinen Gefühlen ausdruck zu verleihen.
Mein Leben hat jeglichen Sinn verloren.
Ich liege in einer Lache meines eigenes Blutes,das ist das Bild,was ich jede Nacht vor Augen habe.
Ich glaube,dass es Wunschdenken ist,denn ich bin es Leid,Tag für Tag die selben Dinge zu tun.
Ich möchte wieder mit meinen Eltern zusammen sein,das ist mein Wunsch.
Oft liege ich Nachts wach und denke über mein Leben und den damit verbundenen Problemen nach,
und komme immer wieder auf das gleiche Ergebnis:
Ich werde mit meinem Leben nicht mehr fertig.
Meine Motivation zu Leben sinkt so schnell,wie die Anzahl meiner Probleme steigt.
Ich habe das Gefühl,das alle über mich lachen,aber sie haben ja keine Ahnung was in mir vorgeht.
In mir tobt ein Kampf,Leben oder nicht Leben.
Ich weiß ja,was ich will:
Ich will UND KANN NICHT MEHR!
Und wieder hält es mich auf,dass ich gebraucht werde.
Warum benutzen mich so viele als Rettungsanker,wobei ich es doch bin,der einen Rettungsanker dringend
nötig hat.
Okay,ich bin gern für Freunde da, aber nur,wenn sie im Gegensatz auch für mich da sind.
Und genau daran scheitert es dann meistens,wo wir wieder bei dem Thema wären,das ich oft nur ausgenutzt werde.
Das Leben ist ein Spiel,und ich versuche als Sieger hervorzugehen,doch ich weiß,das ich es nicht schaffen werden.
Ich werde in dem Treibsand des Spiels versinken....
GAME OVER

gez.:
Azrael



Anmerkungen von Aletta freiin von Breiten-Landenberg zur Kurzgeschichte:

Zu dieser Kurzgeschichte ist folgendes zu sagen:
Sie ist Autobiografisch...
Sie behandelt mein Dasein,seit dem Tod meiner Eltern.
Es ist mir sehr schwer gefallen,erstens die story zu schreiben und zweitens sie zu veröffentlichen.
Ich habe lange überlegt,aber ich denke,sie gibt einen Eindruck,warum meine Stories und Texte so sind,wie sie sind.
Auch muss ich festhalten,das meine Stiefeltern...nein...meine Eltern...sind die wunderbarsten,nicht das sie nicht gut für mich sorgen.
Ich liebe sie und ich kann mir nichts besseres Vorstellen...
Ich wollte einfach mal einen Einblick in mein Leben geben und....ich habe auch schöne Momente in meinem Leben nur über diese kann ich nicht schreiben.
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